Ich, als Betreuerin …

Heute ist wieder einer dieser Tage die zum Nachdenken gar „Grübeln“ anregen.
Mein Einsatz als Betreuerin für meinen Onkel in dem Aufgabenkreis Gesundheitsfürsorge, bringt mich an Grenzen und stellt eine sehr große Herausforderung dar.
Es ist nicht weil der „Wust“ an Terminen auf einem zu kommt, auch der Papierkram und andere Probleme, sondern es ist die familiäre Nähe.

Als Altenpflegerin hatte ich häufig mit solchen Krankheitsbildern, Problemstellungen und dessen Aufgaben zu tun doch war es immer für mich weit, sehr weit weg.

„Es war nicht meine Familie.“

Wenn einem so ein Schicksalsschlag ereilt und die Entscheidung trifft zu helfen, gerät man schnell ins Fahrwasser und muss aufpassen nicht unter zu gehen.

Man zeigt kein „Mitgefühl“ mehr, sondern man „Leidet“ mit.

Mein Problem liegt noch etwas tiefer, ich darf ihm nicht zeigen wie sehr mich seine Situation mitnimmt. Ich muss die „STARKE“ für ihn sein und immer ein lächeln auf den Lippen haben, denn er ist zu seiner Tumorerkrankung auch noch psychisch Krank.
Er leidet an chronischer Psychose.

Einerseits darf ich ihn nicht anlügen oder etwas verheimlichen, solche Menschen riechen es förmlich und nehmen es zum Anlass etwas daraus zu spinnen, andererseits kann und darf ich ihm nicht meine wahren Gefühle zeigen um ihn nicht  noch mehr zu beunruhigen und die Genesung nicht zu gefährden.

Also wie geht man damit um und was kann man tun?

Man braucht einen Ausgleich, wie auch in allen anderen Berufen die stark auf die Psyche einwirken.

Für mich war und ist es immer Wichtig gewesen über meine Empfindungen, meinen Tag zu reden. Einfach das erlebte Revue passieren lassen und gute Zuhörer haben.
Da gilt es meiner Familie zu danken, Danke fürs zuhören ohne Euch würde ich es nicht durchstehen! 

Ich zocke gerne, auch das nutze ich als Ausgleich.
Die Xbox one anwerfen und los geht´s …
sei es Rollenspiele, Ego Shooter, Rennspiele oder mal ein Jump & Run für mich muss es Spaß machen mich mal ein Stück weit aus der realen Welt holen.

Ein Buch in die Hand nehmen und mich darin zu verlieren gehört ebenso zu mir wie auch ein Spieleabend mit meiner Familie.

Kurz gesagt, tut das was euch am meisten Spaß macht, zwingt euch nicht dazu sondern sucht euch zur Situation den Ausgleich den ihr gerade braucht.

Mein nächster Schritt ist es ehrenamtliche Betreuerin für nicht familiäre Personen zu werden.

Ich bin Pflegeberaterin geworden um schon so früh zu helfen, dass man Katastrophen und fehlgeleitete Entscheidungen verhindern kann.
Ich sehe aber auch das es Menschen gibt, die niemanden haben der Ihnen zu hört und auf ihrem schierigen Lebensweg beiseite steht und nach ihren eigenen, individuellen Bedürfnissen handelt.

Der Text ist länger geworden als er sollte, doch könnte ich noch viel mehr schreiben.
Ich denke es wird mehr solcher Einblicke von mir geben, denn auch schreiben ist eine Möglichkeit um mit Problemstellungen, Gedanken und Gefühle umgehen zu können.

Also dann, bis zum nächsten Mal.

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